>

Donnerstag, 20. August 2015

overdressed - #01 Sophie




 Sophie schätzt, dass sie 80 Kleidungsstücke* besitzt.

Sophie besitzt 217 Kleidungsstücke. 



Sophie, 21 Jahre, Studentin.
Sophie ist meine Mitbewohnerin und eine der ersten, die ich zum Mitmachen bei meinem Projekt bewegen konnte. Auch nur mit dem Versprechen, dass ich beim Aus- und Einräumen helfe. Wir beginnen also ihren großen Schrank auszuräumen und all ihre Kleidung auf einen Haufen zu legen. Sophie hat vorher geschätzt, dass sie insgesamt 80 Kleidungsstücke besitzt, woran ich direkt zweifle, aber ich lasse mir nichts anmerken. Der Haufen wächst, Sophie ist von ihrer Zahl aber immer noch überzeugt, obwohl sie hinzufügt, dass sie eher schlecht im Schätzen ist. Ich glaube ihr aufs Wort. Nachdem wir die Fotos gemacht haben, geht es ans Zählen. Sophie wird bald für ein paar Monate ausziehen und macht deshalb während des Zählens schon einen Haufen für Sachen, die sie mitnehmen und einen für Kleidung, die sie in der WG lassen wird. Sie zählt und zählt und als sie bei 80, ihrer geschätzten Anzahl an Kleidung angekommen ist, schreit sie laut OH GOTT und seufzt merklich, da ihr Kleiderhaufen nicht einmal zur Hälfte geschrumpft ist. Nach 50 Teilen mehr ertönt wieder ihr "Oh Gott!" und ein "Ich muss dringend aussortieren, eh!" hinterher. Während des Zählens erzählt sie mir, dass sie bereits viele Teile in der Hand hat, an die sie sich gar nicht mehr erinnern kann und die sie eigenlich direkt aussortieren könnte. Eigentlich.  Bei Sophie sind es vor allem die vielen kleinen Tops, die die Kleiderzahl so hoch treibt. Sie machen den Kleiderhaufen nicht merklich größer, die Anzahl hingegen schon. Als letztendlich alle Teile ausgezählt und wir 217 Kleidungsstücke als Ergebnis haben, setzt sich Sophie, guckt auf all ihre Klamotten, die im Zimmer verstreut liegen, seufzt und sagt: "Oh Gott, oh Gott, ich miste aus!"

Welche Kategorie gehört zu deiner Schwäche? Was kaufst du immer wieder, obwohl du genug hast?
Schuhe

Wie viele Kleidungsstücke hast du noch NIE getragen?
ca. 2-3

Wie viel aus deinem Kleiderschrank ziehst du tatsächlich auch regelmäßig an?
70%

Sortierst du regelmäßig aus?
Schon, aber ich sollte dringend mal wieder aussortieren.





* zu den gezählten Kleidungsstücken zählen Taschen, Jacken, Schuhe, Gürtel, Hosen, Oberteile, Schals, Mützen, Bikinis... Unterwäsche und Socken wurden NICHT mitgezählt.

Kommentare:

  1. Warum sind Taschen Kleiderstücke und Unterwäsche nicht? Zählt Schmuck dann auch dazu? Was ist mit Uhren?
    Ich würde Taschen nicht als Kleidungsstück werten. Ich habe zum Beispiel bestimmt über 20 Jutebeutel oder Einkaufsbeutel, aber das hat nichts mit meinem Konsumverhalten bei Kleidungsstücken zu tun. Das sind für mich einfache Gebrauchsgegenstände. Ich finde das wirft ein völlig falsches Bild ab wie viel tatsächlich im Kleiderschrank ist.

    Ich hätte interessant gefunden, wenn ihr auch wirklich ausgerechnet hättet, ob es beispielsweise wirklich 70% sind, die regelmäßig ausgeführt werden. Und was ist regelmäßig?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Anonym!
      Ach, die liebe Goldwaage. :)
      Unterwäsche zählt nicht dazu, weil ich nicht in der Unterwäsche anderer Menschen herumkramen möchte (ich habe beim Haufenbau geholfen). Taschen haben vielleicht nichts mit DEINEM Konsumverhalten dazu. Aber ich kenne sehr wohl einige Menschen, bei denen Taschen kein Gebrauchsgegenstand ist. Und hast du dich schon mal gefragt, ob du wirklich 20 Jutebeutel brauchst? Die kannst du doch sowieso nicht alle gleichzeitig gefüllt tragen. :)

      Aber abgesehen davon: das hier ist keine wissenschaftliche Studie, sondern ein Hobby von mir.

      Liebe Grüße

      Löschen
    2. Das sollte dich nicht persönlich angreifen. Mich hat es ernsthaft interessiert wie du darauf gekommen bist, welche Gegenstände du einschließt und welche nicht und vorallem wieso? Das war mein allererster Gedanke.
      Und ich finde es halt schade, dass du nicht näher auf die Informationen eingegangen bist, weil ich z.B. die Intention des Bildes nicht verstanden habe. In deinem Eingangspost dachte ich, dass du mit dem Projekt die Schrankleichen aufzeigen willst und aufzeigen willst, wie viele Klamotten man besitzt und wie viele davon man tatsächlich trägt. Da hätte ich zum Beispiel ein Vergleichsbild erwartet. Eines worin man sieht, wie viel Kleidungsstücke man tatsächlich besitzt und eines worin man sieht, wie viele Kleidungsstücke man davon tatsächlich trägt. Als ich dein Bild gesehen habe dachte ich nur "217 Kleidungsstücke. Ist das zu viel? Ist das zu wenig? War sie sich das bewusst?". Schlauer war ich danach leider auch nicht. Aber vielleicht habe ich das Projekt auch einfach nicht verstanden, sorry.

      Löschen
    3. Das klang erstmal nach Angriff, aber wenn dem nicht so ist, ist das okay. Warum ich Unterwäsche und Socken nicht mit gezählt habe, weißt du ja nun.
      Das ganze hier ist mein Projekt, was ich nebenbei einfach so aus Spaß aufgezogen habe.
      Bei "Kunst" ist es nun auch meistens so, dass der Künstler sein Bild präsentiert, aber doch nicht jeden Pinselstrich erklärt. Der Betrachter muss das für sich selbst entscheiden. Und wie auch schon im Eingangstext beschrieben, bin ich doch nicht der Richter, der zu entscheiden hat wer zu viele Klamotten besitzt. Das macht einfach jeder für sich aus.

      Löschen
  2. Die Idee, die hinter "Overdressed" steckt, finde ich an sich gar nicht mal so schlecht. Zumindest das, was ich für mich persönlich damit in Verbindung bringe, wenn ich das Foto oben sehe. Mir fehlt aber irgendwie wie bei deinem Vorgänger-Projekt "Naked" irgendwas, was mich wirklich an dem Foto hält bzw. an dem speziellen Beitrag.

    Das Foto an sich finde ich nicht schlimm. Allerdings fehlt dann außen rum irgendwie der Text. Was mich - neben den Fragen, die du sowieso schon gestellt hast - irgendwie auch interessiert hätte, wäre die Reaktion von Sophie auf die Differenz zwischen der geschätzten und tatsächlichen Anzahl der Kleidungsstücke - weil genau das ja auch ein Punkt ist, durch den das Konsumverhalten irgendwie schön reflektiert wird - was ja, wenn ich das Projekt richtig verstanden habe, doch schon eine der Hauptintentionen war.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Guck mal. Einen Text dazu gibt es jetzt :)

      Löschen
    2. Der Text motiviert zwar mehr den Beitrag auch bis zum Ende zu lesen, einen Effekt auf mich hat das ganze trotzdem nicht. Schade.

      Löschen
    3. Dann liegt es vielleicht eher an dir. Während es auf viele andere wirkt, bezeichnest du 20 Jutebeutel immer noch als Gebrauchsgegenstände. :)

      Löschen
  3. Ich finde das Projekt ziemlich super, weil ich mir seit gestern überlege, wie viel Kram ich eigentlich hab, was davon unnötig ist & warum ich mein Geld eigentlich immer wieder in Klamotten investiere, obwohl ich so viele habe. (Puh, was ein Satz.)

    Unterwäsche & Socken find ich auch nicht unbedingt notwendig miteinzubeziehen. Wer wär man auch, wenn man Leuten vorschreibt, wie sie IHR Projekt handhaben sollen.

    Ich hab auf Twitter schon gelesen, dass man um mehr Text bat. Mhn, ich weiß nicht, ob das notwendig ist, aber die kurzen Interviewfragen am Schluss find ich spannend :)

    Eigentlich bin ich eher der stumme Leser, aber man sollte öfters Dinge loben, die man gut findet.

    Sei gedrückt, liebste Jammerlappen-Märy <3
    Steff

    AntwortenLöschen
  4. Ich finde die Idee hinter dem Projekt wirklich gut! Ich bin vor knapp 2 Monaten "auf Zeit ausgewandert" (ich mache ein AuPair- Jahr in England). Beim Packen habe ich auch festgestellt, dass ich deutlich mehr habe, als ich trage, teilweise behalte ich Kleidungsstücke auch einfach nur aus sentimentalen Gründen, weil ich eine Erinnerung damit verbinde. Natürlich ist das eigentlich totaler Schwachsinn, wenn das Teil in der lezten Ecke des Kleidersschranks liegt, dann denk ich auch nicht daran. Allerdings war das, was ich mitgenommen habe auch nicht genug, um wirklich so lange klarzukommen. (Wintersachen habe ich kaum mitgenommen und auch nur 3 Paar Schuhe, davon eines Laufschuhe). Allerdings denke ich jetzt auch schon darüber nach, was ich alles hierlassen muss, um meine Sachen wieder zurück nach Deutschland zu bekommen. Daher überdenke ih auch zur Zeit mein Konsumverhalten etwas. Ich habe mehr Geld zur Verfügung als jemals zuvor in meinem Leben, warum nicht mal in ein paar hochertigere Sachen investieren? Dann muss auch am Ende nicht so viel hierbleiben :D

    Allerliebste Grüße♥♥♥

    www.my-rosy-diary.blogspot.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön! <3 Dann bin ich gespannt, ob dir dein Vorhaben gelingt :)

      Löschen